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Schuldig oder nicht? Lasst uns über „Terror – Ihr Urteil“ sprechen

16. Oktober 2016 // Eileen

Wir tanzen heute mal besonders aus der Reihe. Mit einem Text, der so gar nicht in eine Kategorie meines Blogs passt. Er hat nichts mit Mode zu tun. Nichts mit Beauty oder meinen Reisen. Nichts mit wohnlichen Accesspoires oder Gewinnspielen. Vielleicht im weitesten Sinne noch mit Inspiration – denn ich möchte mit euch diskutieren. Über einen TV-Film, der morgen Abend in der ARD läuft.

„Terror – Ihr Urteil“ heißt der Film, der am Montag, 17.10.2016, nach dem gleichnamigen Theaterstück von Ferdinand von Schirach um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Und er ist anders, als ein normaler Montagabend-Film. Denn wir alle werden mit einbezogen und müssen nicht weniger, als über die Frage „Schuldig oder nicht schuldig“ entscheiden.

Wie viele von euch wissen, arbeite ich ja nicht nur als Blogger, sondern auch noch bei der Bildzeitung. Und das seit über vier Jahren hier in Berlin. Mein Ressort ist die Unterhaltung – also meist alles, was irgendwie mit Kim Kardashian, Brüsten und Hintern mehr oder weniger prominenter Personen zu tun hat. Ich liebe diese Boulevard-Welt. Und genauso liebe ich auch Unterhalungsthemen mit Bedeutung. Über die man sprechen kann und sollte, eben weil sie mehr Inhalt haben, als die Hirne aller Dschungelcamp-Teilnehmer zusammen. (No Hate. Ich liebe das Dschungelcamp!).

Ich habe mir am Freitag „Terror – Ihr Urteil“ schon ansehen können. Weiß also schon, was ihr morgen im TV zu sehen bekommt und hoffe, dass wir uns dann abends darüber unterhalten können. Denn genau das habe ich am Freitag schon im Kinosaal gemacht. Alle Menschen, die mit mir im Saal saßen, sprachen nach dem Abspann heftig über das eben Gesehene. Denn wie der Film ausgeht, entscheiden WIR ZUSCHAUER. Und niemand sonst.

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SO LÄUFT DAS TV-EXPERIMENT

Die Handlung: Ein Selbstmordkommando hat ein voll besetztes Flugzeug mit 164 Menschen an Bord unter seine Kontrolle gebracht. Droht per Funkspruch, es dort abstürzen zu lassen, wo sich viele Menschen aufhalten. Bald wird klar, dass das Fußballstadion gemeint ist – wo sich zu dem Zeitpunkt 70.000 Menschen aufhalten und ein Länderspiel gucken. Eine Alarmrotte mit zwei Kampfjets der Bundeswehr versucht das Flugzeug abzudrängen, mit den Piloten oder den Terroristen zu kommunizieren. Ohne Erfolg. An der Stadtgrenze entscheidet sich der Pilot des einen Jets – Lars Koch – schließlich, die Maschine abzuschießen. Und muss sich anschließend im Gerichtssaal für diese Tt verantworten.

Es geht um die Frage: Ist Pilot Lars Koch (gespielt von Florian David Fitz) SCHULD am Mord von 164 Personen – oder nicht?!

Wir Zuschauer werden am Montag – ohne zu viel zu verraten – den Tag im Gerichtssaal mitverfolgen. Von der Anklage über Zeugen und den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Wir werden verschiedene Sichtweisen der Handlung sehen, dazu eine starke Erlkärung des Piloten selbst. Es geht unter anderem darum, ob Menschenleben gegen einander abgewägt werden dürfen. Ob 164 Leben am Ende nicht so viel Wert sind, wie 70.000 Leben. Es geht um Moral, um Entscheidungen, um das Gesetzt und schließlich darum, ob es zu einer Verurteilung wegen Mordes kommt – oder nicht. Und diese Entscheidung fällt nicht der Richter im Film – sondern wir.

Bedeutet: Es wurden vorab zwei mögliche Enden gedreht. Welche Version wir in der ARD zu sehen bekommen, steht NOCH in den Sternen und wird sich am Montag live zeigen. Der Film endet erstmal damit, dass man sich zum Urteil zurückzieht.

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Es folgt Frank Plasberg mit seiner Sendung „hart aber fair“-Spezial. Diese behandelt „Terror – Ihr Urteil“ und ruft alle Zuschauer dazu auf, ihr Urteil abzugeben: Schuldig oder nicht. Hat Lars Koch eine Heldentat begangen? Oder ist er ein Verbracher? Die Abstimmung erfolgt natürlich multimedial und wird von Plasberg im Ersten während der Sendung genau erklärt. 15 Minuten lang haben wir Zeit, abzustimmen.

Ich bin gespannt, wie sich die Zuschauer – also wie ihr – euch entscheiden werdet. Deswegen sage ich euch auch noch nicht, wie ich abgestimmt habe. Ich will euch ja nicht beeinflussen :) Im Anschluss bekommen wir dann alle das Ende zu sehen, für das die Mehrheit sich entschiedenhat. Anschließend wird bei „hart aber fair“ noch mit einer Expertenrunde über das Gesehene und Abgestimmte diskutiert.

Ich werde übrigens morgen zu diesem Zeitpunkt im Büro sitzen und alles genau verfolgen. Schreibt mir also hier einen Kommentar oder lasst uns auf Facebook darüber sprechen. Was haltet ihr allgemein von solchen TV-Experimenten? Wie fällr euer Urteil aus? Was hat euch zu eurem Urteil bewogen – und wie hättet ihr an Stelle des Piloten vielleicht sogar selbst gehandelt? Ich finde das ganze Thema nicht nur aus journalistischer Sicht super spannend. Sondern auch aus menschlicher Sicht.

http://www.daserste.de/hartaberfair
https://www.facebook.com/hartaberfairARD
https://twitter.com/hartaberfair

Mittwittern könnt ihr unter dem Hashtag #TerrorIhrUrteil

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Florian David Fitz (vorne) spielt Lars Koch, der das Flugzeug abschoss // Bildquelle: MOOVIE

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5 Comments

  • Reply Mario 17. Oktober 2016 at 22:42

    Ich habe soeben auch die Diskussion teils noch mitverfolgt und finde, dass der FDPler es sich zu einfach macht, wenn er sich nur auf das Grundgesetz bezieht.

    Zum Film: super gemacht und meine Entscheidung ist „Freispruch“ gewesen.

    In solchen Fällen gibt es aber meiner Meinung nach nie eine „richtige“ Entscheidung. Der Pilot muss mit dem Abschuss und dem Tod der Menschen leben. Hätte er das Flugzeug nicht abgeschossen und es wäre etwas passiert. Eventuell sogar noch mehr Menschen gestorben, dann müsste er auch damit leben.

    Wie hast du dich denn entschieden?

    • Reply Eileen 19. Oktober 2016 at 20:15

      Ich habe mich auch für einen Freispruch entschieden. Weil er in meinen Augen kein Massenmörder ist und die 164 Passagiere meiner Meinung nach nicht mehr zu retten waren. Sie wären umgekommen und hätten noch weitere Menschen mit sich in den Tod gezogen.

      • Reply Markus van Appeldorn 21. Oktober 2016 at 16:43

        Jemanden „mit sich in den Tod ziehen“ erfordert ein aktives Tun. Die Passagiere sind in diesem Film doch unzweifelhaft nicht Täter, sondern zufällig im Flugzeug sitzende Opfer.

  • Reply Marcus aka NI-Biker 18. Oktober 2016 at 13:09

    Es war ein großartiges TV-Event, wovon es meiner Meinung nach gerne mehr geben dürfte, gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ich ertappte mich dabei, wie meine Meinung zunächst festgelegt war, dann jedoch mit dem Plädoyer der Staatsanwältin zu kippen drohte, sie sich dann final aber doch wieder in mir festigte.

    Mein Hauptargument für einen Freispruch des Rottenführers, des Piloten, des Soldaten war, dass die 164 Flugzeuginsassen doch sowieso gestorben wären – wenn nicht durch seinen Abschuss, dann durch den durch die Terroristen herbeigeführten Absturzes in die Allianz-Arena. Außerdem wäre es ein vorab verlorener Kampf gegen den Terrorismus, wenn Menschenleben eben nicht situationsbedingt gegeneinander aufgewogen werden dürften. Dann bräuchten wir auch keine ausgebildeten Soldaten für einen Kampf gegen den Terrorismus!

    Sehr schade hingegen war dann, und damit hat die ARD sehr viel zerstört (!!!), dass es massive Schwierigkeiten bei der Möglichkeit der Stimmabgaben gab, sowohl online (was mir gar nicht gelungen ist), als auch telefonisch. Hier musste ich wahrlich viel Geduld aufbringen, um dann nach dem 40. oder 50. Versuch meine Stimme endlich und gerade noch rechtzeitig abgeben zu können.

  • Reply Gurke 28. Oktober 2016 at 8:13

    Ich konnte den Film leider nur in der Mediathek sehen (private Verpflichtungen am Ausstrahlungstag). Aber ich hätte mich für den Schuldspruch entschieden. Begründung: Major Koch hat sich gegenüber seinen Opfern, also den Passagieren des Lufthansa-Flugzeuges, sowie gegenüber deren Angehörigen im Gerichtssaal mehr als einmal arrogant verhalten. Er ist in voller Uniform zur Verhandlung erschienen, was einer Verhöhnung der Opfer gleichkommt. Außerdem hat er offenbar ein erhebliches Problem im Umgang mit Authoritätspersonen. Dies zeigt der Umstand, dass er sowohl seinen Vorgesetzten über Funk, als auch die Staatsanwältin im Gerichtssaal angefahren hat (Aussage über die Notwendigkeit, Entscheidungen zu treffen.

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