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#KommstDu? Ein Interview mit Sex-Expertin Paula Lambert

28. Februar 2017 // Eileen

„Don’t forget to fall in love with yourself first“ – Carrie Bradshaw 

Vieles, was ich über Singles, Paare, das Liebesleben und hohe Schuhe gelernt habe, stammt aus „Sex And The City“. Sechs Staffeln befriedigten meine Sucht nach Carrie & Co. zwar nicht annähernd und ich war nach dem Serien-Aus echt bedröppelt, aber diese vier New Yorker Frauen waren für mich so etwas wie Vorbilder. Nicht nur in Sachen Freundschaft und Stil, sondern auch im Punkto Offenheit und Lebensfreude. Sie waren mutig, abenteuerlustig, ehrlich. Aber wo sind die mutigen Frauen heute? Die Frauen, die ihr eigenes Liebesleben nicht einfach nur hinnehmen und in die Hand der Männer legen? Sondern, die es hinterfragen, die es aufregender gestalten wollen, die einfach MEHR und INTENSIVER spüren wollen, was nicht umsonst als „schönste Nebensache der Welt“ gilt?!

Seit ein paar Wochen habe ich mich mit Durex zusammen getan, was ihr vielleicht schon auf Instagram & Co. mitbekommen habt. Auch ein erster Blogpost ging dazu schon online. Gemeinsam mit ein paar anderen Blogger-Mädels dreht sich alles ums Thema Orgasmus-Ungleichgewicht. Denn dass die Männer öfter ans Ziel kommen als wir Frauen, brauche ich hier wohl nicht zu erklären. Eine Studie von Durex hat mehrere spannende Fakten erarbeitet, die leider alles andere als befriedigend sind. Ihr seht sie hier auf dem Foto noch einmal zusammengefasst und veranschaulicht:

Um den Problemchen entgegenzuwirken, wurde die Intense-Serie von Durex ins Leben gerufen. Sie besteht aus dem Durex Intense Orgasmic Gel und den Durex Intense Orgasmic Kondomen. Speziell für uns Frauen entwickelt, sollen die Produkte helfen, intensiver und somit auch häufiger zum Orgasmus zu kommen. Beim Gel beispielsweise genügen ein paar Tropfen während des Vorspiels, um die Empfindsamkeit zu steigern und NOCH mehr Spaß zu haben. Auch die Kondome mit Rippen und Noppen sollen den weiblichen Orgasmus intensivieren.

Aber natürlich gehört mehr dazu, um rundum BEFRIEDIGT zu sein. Auch der passende Sexpartner spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle, genau wie die Liebe zu einem selbst. Ich persönlich glaube, dass hier das größte Problem steckt: Dass man sich und seine Vorlieben erst selbst akzeptieren und lieben muss, bevor es andere tun. Aber wieso ist das 2017 noch immer so schwer? In einer Zeit, die vollkommen sexualisiert ist? Ob in der Werbung, im Club, in Magazinen oder Serien?! 

Im Vorfeld dieses Artikels habe ich euch gefragt, was ihr gerne zum Thema wissen möchtet. Und mir natürlich auch selbst Gedanken dazu gemacht, was für mich spannend zu wissen wäre. Und habe all meine und eure Fragen an eine wahre Sex-Expertin gestellt: Paula Lambert. Ihr kennt sie vielleicht durch „Paula kommt“ oder andere Projekte. Jedenfalls ist Paula Schirmherrin der neuen Durex-Kampagne #KommstDu und setzt sich für #OrgasmsForAll ein. Und so beantwortete mir Paula meine riesigen Fragezeichen und redet einfach mal Klartext. Etwas, was wir noch immer dringend gebrauchen können. Und auch jeder männliche Leser sollte sich das nachfolgende Interview durchlesen. Speichert es ab, versteht es, hinterfragt es auch gerne. Und dann: REDET DRÜBER.

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Liebe Paula, 2 von 3 Frauen kommen beim Sex nicht regelmäßig zum Höhepunkt. Was können wir Frauen selbst gegen dieses Ungleichgewicht tun?

„Wir müssen anfangen, den Mund aufzumachen. Es kann doch nicht sein, dass Sex immer noch eine ziemlich einseitig ausgelegte Angelegenheit ist! Und die armen Männer können ja auch keine Gedanken lesen. Sie können auf weibliche Bedürfnisse nur eingehen, wenn die Orgasmus-Ungleichheit offen diskutiert wird.“

Und was ist ganz klar die Aufgabe unseres Partners? 

„Der muss seinen Trieb so weit im Griff haben, dass er den Höhepunkt der Frau im Blick hat. Vor allem muss er zuhören können und bereit sein, an dem gemeinsamen Erleben zu arbeiten. So macht Sex auch viel mehr Spaß!“

Warum täuscht die Hälfte aller Frauen auch 2017 noch einen Orgasmus vor, statt ehrlich zu sein?

„Ich glaube, dass viele Frauen noch im Kopf haben: meine Sexualität ist nicht so wichtig, irgendwie macht es ja trotzdem Spaß, Hauptsache, er kommt… Da hat die Emanzipation irgendwie Halt gemacht. Mit jedem vorgetäuschten Orgasmus täuscht man vor allem sich selbst. Das grenzt ja an Selbstverletzung, wenn man es genau nimmt.“

Das Durex Intense Gel soll die Empfindsamkeit stärken. Hast Du es selbst schon ausprobiert/ Deinen Freundinnen empfohlen?

„Ja, beides! Fantastisches Produkt. Ich empfehle es vor allem Frauen, die wirklich Schwierigkeiten haben, sich fallen zu lassen. Das Gel überbrückt quasi die Blockaden, die der Kopf der Lust in den Weg stellt. Ziemlich clever.“

Gibt es Frauen, die gar nicht vaginal zum Orgasmus kommen? Und kann das Gel auch hier hilfreich sein?

„Absolut! Und ja, auch hier kann das Gel sehr hilfreich sein, denn es kurbelt ja die Nerven vor Ort gewaltig an. Wichtig ist aber vor allem dabei, sich wirklich fallen zu lassen.“

Wie spreche ich das Orgasmus-Ungleichgewicht bei meinem Partner an, wenn es mir vllt. unangenehm ist? 

„Nehmen wir an, du hast zwei Stück Kuchen. Du freust dich total, ein Stück zu essen. Dann kommt dein Partner und isst nicht nur seins, sondern deins auch noch. Das passiert fast jedes Mal, wenn du Kuchen hast. Wann sagst du also was? Ziemlich schnell, stimmt’s? Genau so soll es beim Orgasmus sein. Also, unangenehm hin oder her, besser früher als später!“


Was erhoffst btw. wünschst du dir als Schirmherrin von der #OrgasmsForAll-Kampagne? 

„Ich erhoffe mir ehrliche Gespräche und sehr viel Offenheit. Und natürlich tollen Sex für alle!“

Mal ehrlich: Warum ist die weibliche Lust noch immer so ein großes Mysterium? 

„Weibliche Lust unterliegt feineren Schwingungen. Der weibliche Orgasmus kann leicht zum Einstürzen gebracht werden, wie ein Kartenhaus. Und ich kann mir vorstellen, dass für Männer der Druck manchmal zu groß ist, alles richtig zu machen. Also kommen die Frauen ihnen entgegen und sagen, alles gut, so wichtig ist mein Sex nicht. Was natürlich blöd ist.“

Gibt es Stellungen, bei denen Frauen leichter zum Orgasmus kommen können? 

„Absolut. Der Missionar ist super, die Bidapester Beinschere oder die Reiterin – eigentlich alle Stellungen, in denen die Frau Tempo und Intensität kontrollieren kann. Doggy ist zwar sexy, eignet sich aber nicht, um ohne Hilfsmittel zum Höhepunkt zu kommen. Es sei denn, man nimmt ein Toy zur Hilfe.“

Helfen Filme wie „Shades of Grey“, Sextoys, Gels & Co. salonfähiger zu machen bzw. das Image aufzubessern?

„Ganz sicher. Die Bücher und Filme bieten ein gesellschaftlich anerkanntes Diskussionsforum, und darüber zu reden, ist das Wichtigste. Der Inhalt muss einem nicht gefallen, es hilft schon, dass es salonfähig wird, über Wünsche zu sprechen.“

Was rätst Du Paaren und Singles gerne, die unzufrieden mit dem eigenen Liebesleben sind? 

„Natürlich muss der erste Schritt eine gesunde Kommunikation sein. Was will ich und wie formuliere ich das? Dann muss man die eigenen Wünsche mit dem des Partners abgleichen. Wenn der eine es wild, der andere aber sehr zart mag, muss man sich in der Mitte treffen. Und dann geht es natürlich ans Ausprobieren!“

Vielen Menschen sind solche Themen immer noch peinlich. Was ist Deiner Meinung nach das größte Problem, dass wir Deutschen lieber schweigen, statt unsere Sorgen auszusprechen?

„Wir haben kein Verständnis für unsere Bedürfnisse. Wenn ich schon den Begriff „die schönste Nebensache der Welt“ höre, wird mir ganz elend. Verklemmter geht es kaum. Sex ist ein Grundbedürfnis des Menschen, und wir sollten es als solches anerkennen.“

Sex-Expertin Paula Lambert 

*In freundlicher Zusammenarbeit mit Durex

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