Travel

Paris, mon amour

28. März 2011 // Eileen
Morgens 7 Uhr in Paris.
Wir haben schlecht geschlafen. Aber besser als gedacht. Busfahrten halt. 
Wir steigen aus, direkt am Triumpfbogen. Wetter ist okay, der Rucksack gepackt. Hmh, erstmal was essen. Ab zu Mcces. Mist, hat noch zu. Dann halt ins Quick irgendwas. Da gibts Frühstück für 5 Euro. Wir bestellen, halb Englisch, halb Französisch. Ilka eher auf Spanisch. Si statt Oui wird uns den Tag über begleiten. Frühstück ist bestellt. 
Fuck, Stadtplan im Bus vergessen. Egal, wer braucht den schon. Wir haben beide denselben Ohrwurm – Breakeven von The Script. Am Tresen stehen drei Kerle, zwei Franzosen in unserem Alter, ein älterer dicker farbiger Mann. Checken uns ab. Setzen sich an unseren Tisch. Dabei ist der ganze Laden leer. Fangen Gespräche mit uns an, halb Englisch, halb Französisch. Und zwei Wörter Deutsch. Sie wollen mit uns den Tag verbringen. Wir aber nicht. Wir wollen auf Klo, uns frisch machen. Aber das Quick Klo hat keinen Spiegel. Wir gehen wieder runter. Der eine Typ wuschelt mir die Krümel vom Kleid. Uns wirds zu bunt, wir flüchten. 
Ab zum Triumpfbogen.
Von da an erstmal Richtung Eiffelturm. Hoffentlich ist da noch nix los. Metrokarte bestellen ging klar. Voll billig das Teil. Hmh, vielleicht ist ein Metroplan gut. Wir bekommen einen umsonst. Ilka bekommt ihn, ich würd ihn verlieren oder falsch lesen. 
Wir fahren zum Eiffelturm und laufen durch nen Park zu ihm. Direkt an der Seine. Überall Jogger. Da ist wohl heute ein Event und wir laufen auf deren Rennstrecke. Egal. Erstmal Pause machen und das Wetter genießen. Fotos von Kirschblüten machen. Ich liebe Kirschblüten. 
Ab zum Eiffelturm. Leider stehen da gefühlt alle Chinesen aus ganz Frankreich. Mist, also nicht rauf sondern unten bleiben. Ist eh zu teuer. Sieben Eiffelturmverkäufer belästigen uns. Wir gehen weiter. Nach tausend Fotos vom Turm wieder durch nen neuen Park. “Hey you look like a typical English Girl” Ich muss ihn enttäuschen. Unsere Füße tun schon weh, so langsam wird es Mittag. Der Park nimmt kein Ende. 
Neues Ziel: ein riesen Flohmarkt. Den hab ich online gegoogelt. Inklusive Metrostation. Dort angekommen sind wir im hässlichen Teil von Paris. Da hängen Schlüppa von der Leine. Nur farbige und wir. Wir fragen nach dem Weg, jeder sagt etwas anderes. Wir verlaufen uns. Eine Stunde später irren wir immer noch im Kreis. Unsere Kameras werden begafft. Wir packen sie weg. Wir sehen ein paar Deutsche und folgen ihnen. Sie führen uns zum Ziel. Ein riesen Flohmarkt. Über mehrere Strassen und Hallen. Aber nicht wie bei uns. Sieht eher aus wie Sperrmüll. Chaotisch und überfüllt. Aber wahnsinnig interessant. Wir kaufen nichts, aber entdecken viel. Den riesigen goldenen Bilderrahmen hätt ich gern mitgenommen. Aber geht schlecht, quer durch Paris. 
Wir entschließen uns, shoppen zu gehen. Was Gutes für die Seele. Also ab zur Metro. Aber die ist verschwunden. Wir verlaufen uns, ein Mann sagt wir sollen den Bus nehmen. Aber wir laufen lieber. Kommen auch so ans Ziel. Wir wollen zum Forum des Halles, da gibts New Look und Bershka.
Also wieder Metro fahren. Wir entdecken den einzigen schönen Mann in Paris in der Metro und gaffen ihn an. Er gafft zurück. Steigt leider nach uns aus. UBahn fahren geht klar, ist nicht so stickig wie in London. Aber stehen schlaucht. Und unsere Rucksäcke boxen vielen Menschen in den Bauch. Naja, beschweren tut sich keiner.
Die Hallen sind riesig. Wir ein unterirdisches Centro. Nur viel chaotischer. Und verwinkelter. Wir werden bei New Look fündig. Bershka ist eher ne Enttäuschung. Sehr klein und nicht so gute Sachen. Hinterher erfahren wir, dass es nen großen Store ausserhalb der Hallen gibt. Schade. Vielleicht beim nächsten Mal. Ich kauf mir noch zwei paar Schuhe, Ilka ein paar. Bei ZARA kaufen wir uns Röcke, die aussehen wie die von American Apparel. Wunderbar. Dann essen wir. Unser Magen bedankt sich. Nudeln to go. Hab ich noch nie gesehen. Ich kenn nur chinesische Nudeln in der Box, aber nicht Spaghetti Bolognese. Aber schmeckt gut und ist bezahlbar. 
Danach genießen wir auf einer Terrasse der Hallen das Wetter und beobachten Leute. Eine Frau hat längere Beine als ich Körper. Eine andere trägt UGGs bei dem Wetter. Aber nur ne Leggins. Und alle sind ziemlich dünn. Aber das dachten wir uns schon. Die essen ja auch kaum was. 
Wir gehen noch aufs Klo und dann ab zur Avenue des Champs-Elysées. Da kann man zwar nicht shoppen, aber gucken was man sich nicht leisten kann. Wieder ab zur Metro. Die sehen wir heute oft. Zum Glück müssen wir nie länger als drei Minuten warten. Aber immer stehen, es wird voll am Nachmittag. An der Avenue kaufen wir erstmal nen Crèpe. Nen echten. Man, viel besser als bei uns. Ohne diese Waffel und viel dünner. Absolut delikat. Schon begegnen uns die ersten LV Tüten. Neunzig Prozent der Träger sind Chinesen. Dabei sehen die aus wie wir. Kaum älter. Egal, wir stapfen selbstbewusst mit der Zara Tüte hinterher.
Die Strasse ist echt schön. Und ein paar Läden kann man sich leisten. H&M gibts auch hier. Extra mit harten Tüten. Nicht diese Plastik Dinger. Man muss sich ja anpassen. Wir kaufen aber nix, ist viel zu voll da. Und eh die gleichen Sachen. Nur die Verkäufer sehen besser aus. LV hat gleich ein ganzes Gebäude für sich mit riesigem Logo. Und Mercedes preist seine Autos an. Vor Ray Ban werden wir angesprochen, weil Ilka ihre Wayfarer trägt. Nein danke, wir wollen kein Foto mit den neuen Modellen machen. Wir sind jetzt fast durch, schieben uns mit den Menschenmassen Richtung Triumpfbogen. 
Und platsch. Ein Tropfen. Das ist n Scherz, oder? Platsch, noch einer. Und dann regnet es. Und wie. Ein ganzer Schauer. Gut, dass wir an der Metro Station sind. Wir flüchten ins innere, kommen aber kaum vorran. Diese Idee haben viele. Die Eiffelturm Verkäufer verkaufen jetzt auch Regenschirme. Wir wollten eigentlich zum Montmartre. Aber naja, dann halt Louvre, ist ja trocken da. Und auch nicht so weit weg wie der Berg. 
Wieder Metro.
Wir können direkt unterirdisch zum Louvre. Mittlerweile schüttet es wie aus Eimern. Man, ist das Louvre riesig. Immerhin gibts hier Wegbeschreibungen auf Deutsch. Und die Leute sprechen englisch. Mich wundert, dass man kein Mona Lisa Klopapier kaufen kann. Sonst gibts hier alles. Und viele Kinder rennen hier rum und turnen auf der kleinen Pyramide. 
Wir halten uns lange im Louvre auf und fragen dann nach dem Weg zum La Fayette. Man muss ja als Blogger mal dagewesen sein. Ab zur Metro. Aber die versteckt sich vor uns. Wir laufen dreimal dran vorbei, das Louvre scheint immer verwinkelter. Endlich haben wir das Biest gefunden. 
Und sind auch schon im La Fayette. Wieder unterirdisch können wir rein. Echt wetterfreundlich das ganze. Denn es schüttet noch immer. Blöd, dass wir nur n Kleid tragen. 
Ohgott, das La Fayette ist Mord. Schlimm, total unübersichtlich, voll und verwinkelt. Es gibt zu viele Etagen und Ecken. Wir stellen uns bei Longchamp an, nachdem wir es jahrelang gesucht haben. Hinter uns und vor uns nur Chinesen. Ob die Taschen hier weniger kosten? Leider nein. Also wieder raus aus dem Laden, die Chinesen krallen sich die Taschen im Minutentakt.
Wir haben hunger, es ist fast acht. Der Bus fährt um halb zehn. Gut, dass es Mecces hier gibt. Aber wir suchen es erstmal lange. Viel zu viele Winkel. Nach der Kofferecke und den Schuhen sehen wir das fette M. Yeah, jetzt n Salat. Aber der is ausverkauft. Sagt der Verkäufer. Dann halt nur ein Wasser. Zwei Minuten später essen zwei Franzosen nen Salat. Wie jetzt? Großes Kino. Jetzt werden wir pissig. Räumen unseren Müll extra nicht weg. 
An der Metrostation am La Fayette kaufen wir uns dann eben ein Baguette. Ilka wieder auf Spanisch. Das ist unglaublich lustig. Das Turi-Herz freut sich über einen Eiffelturm vom Turi Stand neben dem Baguette Laden. 
Glücklich fahren wir zum Busplatz zurück. Es nieselt noch. Wir versuchen voll bepackt mit Tüten, Baguette, Eiffelturm und Rucksack über rote Ampeln zu gehen. Aber wir habens noch nicht so drauf. Lebensmüde sind wir halt auch nicht. Es ist jetzt acht. Und Schwupps, wird der Eiffelturm beleuchtet. Ein schönes Schlussbild. Er glitzert mehr als berühmte Vampire aus einer Buchserie. 
Mit dem Bild im Gedächtnis gehen wir zum Bus. Ne Stunde zu früh, aber egal. Wir quetschen uns müde, fertig und zufrieden in die Sitze. Essen unser Baguette und lesen ein wenig. Bevor es wieder nach Hause geht. Unterhalten uns mit den Jugendlichen, die auch wie wir nach Duisburg müssen. Wir acht sind ja alle ganz nett.  Aber die Reisegruppe aus Düsseldorf geht gar nicht. Schulklasse + übereifrige Lehrerin. Sie trägt Daunenjacke in Zitromnengelb. Und die Stimme ist piepsig. Übereifrig wickelt sie den Busfahrer in ein Gespräch ein. Dabei will der gar nicht. Na geil, ein Junge hat sich die Schulter ausgekugelt. Wehe, die Abfahrt verzögert sich. Aber er wäre ja nicht supercool mit seinen 15 Jahren wenn er den Schmerz nicht ertragen würde. Also können wir pünktlich losfahren. 
Irgendwann kurz außerhalb von Paris schlafen wir ein. Ilka am Fenster und ich auf Ilka. Halb 5 kommen wir in Duisburg an. Ich schlafe erstmal bis ein Uhr weiter. Und höre nach dem aufstehen erstmal The Script mit Breakeven, bevor ich mir die Fotos angucke. 

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Fotos folgen

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13 Comments

  • Reply Mandy Alice 28. März 2011 at 19:27

    Super geschrieben 🙂 Paris ist bestimmt total schön 🙂

  • Reply Finya 28. März 2011 at 19:31

    wow .
    mit welchem veranstalter seit ihr gefahren?

  • Reply Eileen 28. März 2011 at 19:58

    also wir sind mit job tours gefahren 🙂 google einfach mal, die sind echt gut und preiswert. damit fahren wir auch immer nach london und wurden noch nie enttäuscht 🙂

  • Reply banana-cat 28. März 2011 at 20:19

    hahaha das mit dem Flohmarkt kommt mir total bekannt vor. St.Ouen oder so? Ich habe mich auf was total cooles und großes gefreut und dann sowas.

  • Reply MissK 29. März 2011 at 6:41

    Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber das was ich gelesen hab war echt super geschrieben und auch sehr interessant 🙂 Hat mich ein bisschen an eigene Reiseabenteuer erinnert hihi

    Und das Foto vom Eifelturm ist sooooo schööööön!!

  • Reply Anna H. 29. März 2011 at 8:56

    leider sehr, sehr anstrengend zu lesen!
    ich dachte du studierst 'Schreiben'.

    Anna H.

  • Reply Finya 29. März 2011 at 13:50

    danke (:

  • Reply Design Elements 29. März 2011 at 14:41

    schön geschrieben. tolle Foto! "Paris is always a good idea" hat mal Audrey Hepburn gesagt…liebe Grüße

  • Reply Schubidu & Tralala 29. März 2011 at 18:58

    c´est paris 🙂
    Das Foto vom "tour eiffel" ist wirklich sehr schön 🙂 hast du mehr so tolle Bilder?

    Liebe Grüße
    http://schubidu-und-tralala.blogspot.com/

  • Reply franzi 29. März 2011 at 19:20

    eine sehr interessante geschichte! 🙂

  • Reply Eileen 30. März 2011 at 10:07

    @ schubidu und tralala: ja ich hab noch mehr solcher bilder, die kommen am wochenende online weil ich ert ab samstag in gelsenkirchen internet hab 😉

  • Reply SpotlessMind 30. März 2011 at 13:20

    grandios geschrieben!

    liefs, isa

  • Reply gorgeous libelous 31. März 2011 at 16:02

    schöner text hab so ne paristour auch schonmal mitgemacht allerdings mit der schule. so klingts noch besser 🙂

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