Inspiration

Mädchentraum Fashion – Das Interview mit der Designerin – Part 3

1. Oktober 2011 // Ilka
Inspiration holt sich die junge Designerin vor allem aus
Filmen und Büchern der vergangenen Jahrhunderte und aus Serien („Mad Men“) .
Für die aktuelle Winterkollektion, die viele Brauntöne, Blau, Rot, aber auch
rosa Akzente beinhaltet, orientierte Sie sich viel an Judy Garland ( Anmerkung:
Für all diejenigen, die sie nicht kennen: Sie spielte unter anderem das kleine
Mädchen aus der Vefilmung  „The Wizard of
Oz“ von 1939) . Sie schaute sich im Vorfeld einige Filme mit ihr an, achtete
auf Details oder auf die Bewegungen der Schauspielerin und wie die Kleidung sie
umspielte. Für Anne ist das Designen einer Kollektion immer 50% Bauchkreativität
und 50% Kopfkreativität. „Damit das ganze am Ende stimmig wird!“ Sie hat mir
übrigens verraten, dass die kommende Sommerkollektion sehr an Audrey Hepburn
orientiert ist. Da hat sie ja bei mir direkt offene Türen eingerannt. (Ich
bekenne mich hiermit als „Audrey-Hepburn-Fan“ . Es wird eine sehr farbenfrohe
Kollektion, wobei sie wohl viel mit Baumwolle und Seide arbeiten wird. Im
Gegensatz zur Winterkollektion, die hauptsächlich aus Baum- oder Schurwolle
gefertigt wurde.

Das ganz Besondere an Annes Kollektionen ist, dass Sie sehr genau darauf
achtet, welche Materialien Sie für ihre Mode nimmt. Hauptsächlich kommen die
Stoffe aus Italien, aber auch aus England und Norwegen. Sie verwendet zum
größten Teil reine Naturmaterialen. Es gibt allerdings wenige Ausnahmen an
Stoffen mit höherem synthetischen Anteil. Zentrales Kriterium bei der Auswahl
ist immer die Stoffqualität.
Es wird nur in Deutschland produziert. Auch bei den Knöpfen und anderen Kleinen
Accessoires ist Anne sehr kritisch. Es kommen ihr keine Plastikknöpfe ins Haus.
Ale bestehen entweder aus Perlmutt oder aus Horn, Leder oder Metall. 

Um die ganze Sache noch persönlicher zu machen, gibt sie jedem Kleidungsstück
einen Namen. Entweder als Hinweis auf eine berühmte Persönlichkeit (Anmerkung:
Ich erwähnte oben, dass sie ein Kleid mit dem Namen Grace (Kelly) trug.) oder
einfach persönlichkeitshalber.

Allein an diesen Tatsachen merkt man, dass Anne ihren Beruf
liebt und lebt. Für Sie ist das nicht einfach irgendwas. Das ist ein Traum, den
Sie absolut verinnerlicht hat.
Tipps für junge Designer oder die, die es noch werden
wollen, gibt Anne gerne. „Mach eine fundierte Ausbildung!“ ist der erste Satz
der nach meiner Frage, wie aus der Pistole geschossen, aus ihrem Mund kommt.
Sie erklärt sich damit, dass es nicht schadet eine Ausbildung gemacht zu haben,
da das Quereinsteiger-Prinzip von dem so viele Träumen in der heutigen,
schnelllebigen Zeit einfach nicht mehr funktioniert. Man muss außerdem kein
Mega-Talent im Zeichnen sein, aber man sollte üben und an sich arbeiten. Denn
durch Übung wird man bekanntlich besser. Auch soll man sich zur Inspiration
alte Bücher angucken, Schnitte von früher, Designs von heute. Wille, Ehrgeiz
und die Ehrlichkeit zu sich selbst  sind
wichtige Dinge, die man einfach nicht außer Acht lassen darf.
„Man muss seine Nische finden. Es bringt nichts etwas zu produzieren, nur um
den Leuten zu Gefallen. Besinn dich auf deine Stärken und deine persönlichen
Interessen.“

Träumen ist beim Modeschaffen gerne erwünscht, die passenden
Ideen, die aus den Träumen hervorgehen auch, aber man darf nie die Realität aus
den Augen verlieren. Das stellt auch Anne ganz klar fest: „Wo will ich hin? Das
ist eine Frage, die man sich immer stellen sollte.“

Aber auch für Modebegeisterte hat Anne ein paar Tipps übrig.
Grade die Frage „Wie finde ich meinen eigenen Stil?“ betreffend kann sie nur
raten: „Versucht immer ihr selbst zu sein und auch zu bleiben. Mode ist keine
Verkleidung. Sie unterstreicht euren Charakter. Ihr müsst euch in ihr
Wohlfühlen und nicht alle 5 Sekunden das Kleid richtig zupfen, weil man meint,
es wäre verrutscht. Das sind Anzeichen dafür, dass es eventuell nicht das
richtige Kleidungsstück für einen ist. Auch hier gilt das Wohlfühlprinzip, dem
man sich aber – dem Anlass entsprechend – anpassen sollte.“ Wichtig ist auch –
und da sagt Anne knallhart  dass man
seine Größe realistisch einschätzen muss. Denn wer kennt sie nicht, die Damen
oder Herren, die sich eher in ihre Bluse reingeschossen haben, als alles
andere. Damit macht man sich selbst nicht glücklich, weil man nicht
selbstbewusst auftreten kann. Zumindest die meisten können das nicht. Man
sollte nie darauf verzichten, sich auszuprobieren und sich etwas trauen, aber
wenn man sich dann nicht sicher ist: „Fragt Freunde! Aber wirklich nur die
richtig guten Freunde und bittet sie um eine ehrliche Antwort, egal wie
schonungslos sie sein kann. Daraus lernt man auch!“ 

Für die Zukunft plant Anne eine kleine Männerkollektion, die
– wenn alles gut läuft – in 2 Jahren erscheinen soll. Auch an Accessoires – wie
Taschen und Gürtel – hat sie schon gedacht, aber das wird noch etwas länger auf
sich warten lassen.
Hätte ich an diesem Nachmittag nicht noch einen anderen Termin gehabt, wäre ich
wohl noch länger geblieben – im wunderschönen Land von Anne-Kathrin Schmidt und
ihrem Mädchentraum.
Denn wo kann man sonst so gut – zu Kaffee und Plätzchen – in vergangenen Zeiten
schwelgen und sich über Mode unterhalten?

Die Autorin bedankt sich herzlichst bei der
Designerin für das entgegengebrachte Vertrauen und freut sich auf ein baldiges
Wiedersehen ganz im Sinne der Mode.

4 Comments

  • Reply Melanie 1. Oktober 2011 at 19:53

    Toller Bericht, habe ihn sehr gerne gelesen.

  • Reply Anonym 1. Oktober 2011 at 20:26

    Ein wirklich schönes Interview. Du hast da einen tollen Blick fürs Detail, liebe Ilka, gefällt mir sehr gut!

  • Reply Elayoé 2. Oktober 2011 at 12:39

    Ein tolles Interview. Ich habe doch gleich mal in den Internetshop gelinzt und mir einen Gutschein zum Geburtstag gewünscht. schade das es noch so lange hin ist 😉 Die Mode ist wirklich klasse!

  • Reply T 2. Oktober 2011 at 14:23

    tolle Fotos, toller Blog. mehr kann ich dazu nicht sagen *-*

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