Inspiration

tattoo-love

19. Mai 2015 // Eileen

“What are you going to do about your tattoos when you are older?” – “Maybe I just look awesome and hang out with other tattooed dudes!” 

Guten morgen ihr Lieben. Im heutigen Post geht es nicht nur um eine unserer Lieblingsserien, sondern auch über unser erstes Tattoo. Wie ihr vielleicht wisst, ist Ilkas und meine Haut schon lange nicht mehr “unbefleckt” (komisches Wort). Im zarten Teenager-Alter wurden die Blümchenkleider nach und nach aussortiert, die Musikwünsche düsterer, die Klamotten dunkler und die Jungs tattoowierter. Ich war mit 15 Jahren unsterblich verliebt in Oliver Sykes von Bring Me The Horizon und habe mir sein Gesicht auf ein Kissen drucken lassen. Wohlgemerkt das erste und einzige Mal, wo ich mir diese kitschig-miesen Kissen drucken ließ! Mit Oli neben mir konnte mein kleines Emo-Ich wunderbar einschlafen und ich habe mich bei Konzerten an den dicken Männern bis in die erste Reihe gekämpft. Dass der Typ von oben bis unten voller Tinte war, fand ich megageil. Nur meine Mutti gar nicht so. Ich setzte mir also mit 16 in den Kopf, dass Tattoos meinen Körper verschönern sollen – am liebsten mit zig Piercings in Kombination. Heute kann ich sagen: Danke Mutti, dass du da warst und es mir verboten hast. Denn sonst hätte ich heute einige Löcher im Gesicht von Piercings, die ich nun nicht mehr mag. Damals fand ich das natürlich kacke, rebellierte und mimoste herum. Also gut, dachte ich mir: Abwarten und zeichnen. So entwarf ich mit 16 mein erstes Tattoo, welches ich mir mit 18 stechen lassen wollte. Ich malte es fertig und ließ es zwei Jahre lang an meinem Spiegel hängen. Tagtäglich schaute ich also dieses Motiv ganz beiläufig an – immer wenn ich mich anzog oder schminkte. Auf diesem Weg wollte ich schauen, ob es mir auch nach Monaten noch gefällt. Denn einmal auf der Haut ist es halt da. Es ist kein Klebetattoo, dass man mit Spucke und rubbeln wieder von seinem Körper löschen kann …

Was soll ich sagen?! Zwei Jahre später machte ich mir mit 18 einen Tattoo-Termin. Ich zog es wirklich durch und ging mit meinem Motiv und Ilka im Schlepptau zum Tätowierer. Das Studio bei uns Zuhause in NRW suchten wir vorher sorgfältig aus. Dabei verließ ich mich auf die Meinungen der Mitschüler. Ich machte gerade mein Abi und einige Leute aus meiner Stufe hatten sich in einem Studio in der Nachbarstadt stechen lassen – und es sah wirklich gut aus. Denn eins wollte ich vermeiden: Krumme Linien und eine heulende Eileen. Wenn mir das Motiv irgendwann nicht mehr gefällt, ist es mein Pech und halb so schlimm. Wenn das Tattoo aber schlecht gestochen ist, ärgerst du du dich jahrelang – bis du es überstechen lässt oder entfernen lässt. 

Nach ein paar schlaflosen Nächten war der Termin gemacht, das Tattoo angezahlt und mein Puls bei drölftausend. Ich fuhr mit Ilka und einer anderen Freundin am Tag der Tage ins Studio, Herzklopfen bis zum Hals. So nervös war ich noch nichtmal bei meinem ersten Kuss. Nach einer kleinen Plauderei ging es auch schon los und mir wurde die Tattoo-Vorlage auf den Bauch aufgezeichnet. Was dann kam, war so wenig überlegt wie geplant: Nicht ICH wurde zuerst verschönert, sondern Ilka. Die hatte sich vorher überlegt – wenn sie schon mal da ist – einen Minimini-Stern auf ihr Handgelenk stechen zu lassen. Das war so mit ihrer Mutti abgesprochen. Tja – herausgekommen sind drei mittelgroße schöne Sterne – alles andere als winzig. Ups – sorry Mom! Eine zufriedene Ilka hielt schließlich meine Hand und ich lag leicht panisch auf der Liege. Im Endeffekt war aber alles halb so schlimm und das Tattoo tat nur an den Rippen deutlich mehr weh. Nach 2 Stunden war ich durch und bewunderte mein erstes Tattoo im Spiegel. Ich liebte es! Es passte sehr gut zu mir, hat eine tiefere Bedeutung auf die ich hier jetzt nicht genauer eingehen mag und begleitet mich seitdem täglich. Das ist nun 6 Jahre her (fuck, bin ich alt). Und auch heute kann ich noch sagen: Ich mag mein Tattoo immer noch. Genau wie Ilka. Wir sind immer noch sehr zufrieden – auch wenn es ein weeeeeenig Stress mit den Eltern gab. Die dachten nämlich beide, dass unsere Tattoos deutlich kleiner ausfallen werden. Naja, böse Blicke, abwertende “Tzzzz”-Rufe und ein paar verdrehte Augen später hat sich das auch gelegt. Wir sind schließlich erwachsen, stehen mitten im Leben und haben einen Plan, was wir beruflich erreichen wollen. Da stehen uns zum Glück keine Tattoos im Wege – aber solch ein Arbeitgeber würde wohl auch nicht zu uns passen. 

Mittlerweile sind noch ein paar Tattoos hinzugekommen. Und zumindest bei mir ist die Planung noch lange nicht abgeschlossen. Meine sechs Motive brauchen Zuwachs. Aber seit zwei Jahren kam kein neues Tattoo mehr hinzu, da ich sehr picky bei der Wahl der Tätowierer bin. Lieber warten, als hinterher krumme Linien zu bekommen.

Wobei wir beim TV-Tip wären, den ich anfangs ja schon erwähnte. Dass ich Fan von Tattoo-Serien bin, ist vielleicht dem ein oder anderen schon bekannt. Ich liebe Kat von D, habe ihre Bücher gelesen und versuchte natürlich bei meinem Los-Angeles-Trip 2013, einen Termin bei ihr zu bekommen. Klar, das ist einfach übelst aussichtslos, außer du heißt Miley Cyrus und klingelst kurz vorher mal fix durch. Immerhin besuchte ich den Shop und kaufte mir ein Shirt. Happy Eileen was happy. Eine andere Serie von TLC, die ich super gerne nach Feierabend oder an einem lazy sunday schaue, ist “Tattoo Desaster”. Läuft montags bis freitags um 16.35 Uhr auf TLC. Die Doku-Reihe des Free-TV-Senders wirft einen Blick auf die wohl schrecklichsten, verrücktesten und grammatikalisch inkorrektesten Tattoos aus Amerika. Wo man sich wirklich fragt, wie besoffen die Leute sein mussten, um so etwas stechen zu lassen. Die Tattoo-Spezialisten Tim Pangburn, Jeremy Swan und Megan Massacre versuchen dann, diese Tattoos zu retten und aus ihnen doch noch Meisterwerke zu machen. Mit sehr coolen Ergebnissen! Ich finds einfach erstaunlich, welche schönen Tattoos aus so einer Grütze gemacht werden. Ach ja: Wenn ihr bei euch kein TLC empfangt, einfach einen Senderdurchlauf starten. TLC ist in ganz Deutschland kostenlos zu empfangen. 

Mehr über meine restlichen Tattoos könnt ihr übrigens in diesem Post (klick!) nachlesen. 

brought to you via Mode

4 Comments

  • Reply Herzallerliebst 20. Mai 2015 at 15:28

    Ich habe bis jetzt noch kein Tatoo, aber ich überlege mir schon seit längerem, mir ein Tatoo stechen zu lassen. Ein kleines sollte es sein und am Besten am Fußgelenk, aber dort soll es sehr weh tun. Also ich weiß auch nicht, wahrscheinlich wird es ein Wunsch bleiben.

    Aber ich finde es super, dass ihr über das Tatoostechen geschrieben habt.

    Liebe Grüße Maggie 🙂

  • Reply Sabi 20. Mai 2015 at 16:44

    Jetzt muss ich ein bisschen lachen: mein erstes Tattoo sieht sehr änhlich aus und die Story dahinter ist auch recht ähnlich. Tattoowierer aus dem Ort, zu dem ich jetzt auf gar keinen Fall mehr gehen würde. Auch das Motiv würde ich mir jetzt so auf keinen Fall mehr stechen lassen und schon gar nicht an der Stelle (im Übrigen die Gleiche wie bei dir), aber ich mag es auch immer noch, weils eben mein erstes Tattoo ist.

  • Reply MeinCupcake 22. Mai 2015 at 10:10

    Danke für den Tipp! "Tattoo Desaster" kannte ich bisher noch gar nicht. Habe vor ein paar Jahren immer sehr gerne "Miami Ink" geschaut. Da fand ich die Werke von Kat auch immer großartig. Ich werde in den nächsten Tagen sicher mal reinzappen.

    Gruß,
    Jörg

  • Reply Regina 22. Mai 2015 at 11:24

    Sehr guter Text. 🙂 Ich habe mir auch schon in den letzten Monaten Gedanken darüber gemacht, ob ich mir nicht auch ein kleines Tattoo stechen lassen soll. Aber irgendwie traue ich mich nicht. haha 😀
    Liebste Grüße
    Regina

    http://welcometotheworldoflooove.blogspot.de/

  • Leave a Reply