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Rock am Ring 2019: Frieren im Zelt und tanzen mit den Ärzten!

9. Juli 2019 // Eileen

Am ersten Tag (Mittwoch) war es noch sonnig. Dann sackte die Temperatur um über 10 Grad ab

Rock am Ring 2019 liegt nun einen Monat zurück und ich kann mit einem guten Gewissen sagen: Kinder, war das kalt dort!

So frostig-frisch habe ich das Festival tagsüber selten erlebt – und auch nachts wusste ich nicht, was ich im Schlafsack noch anziehen soll oder an wen ich mich kuscheln soll, damit mir wärmer wird. Und ich bin weißgott keine Frostbeule. Aber rund acht Grad tagsüber und noch ein paar Grad weniger in der Nacht, machten uns vor allem Donnerstag und Freitag ein bisschen zu schaffen. Aber es ging nicht nur meiner RAR-Crew und mir so. Denn: Auf dem Festival waren schon am Freitag, also dem ersten offiziellen Spieltag, alle Pullis und Hoodies und Zipperjacken diverser Klamotten-Stände ausverkauft.

Hoodies und Kuscheldecken – die besten Festival-Freunde bei Kälte

Im Festival-Supermarkt gab es weder Schlafsäcke, noch Decken – auch hier war schon alles ab Donnerstagabend vergriffen. Denn der Wind war extrem böse und blies uns die Kälte ums Näschen. Da half also nur der gute, alte Zwiebel-Look. Drei bis vier Schichten täglich? Voll normal bei diesem klassischen Eifelwetter. Wobei ich mich nicht beklagen will: Am Anreise-Mittwoch und Abreise-Montag war schönes Wetter, und auch der Sonntag brachte noch mal die Sonne zum Vorschein. So konnten wir uns endlich aufwärmen und doch noch etwas an der Festival-Bräune arbeiten. Ich glaube, in 12 Jahren Rock am Ring habe ich nun wirklich alle Witterungsbedingungen durch. Und bin zum Glück, was meine Klamotten angeht, immer auf Regen, Schlamm, Hitze, Sonne und Wind vorbereitet. Aber manchmal hilft alles nix und du frierst trotzdem im Zelt. Was also tun, um das ein bisschen einzudämmen?

Am Rockstar-Energy-Stand wurden wir mit Drinks in Empfang genommen (die wärmten dann auch von Innen) und Poutine-Pommes machen jedes Wetter besser

Was tun gegen Frieren im Zelt?

  • Ich schlafe seit ein paar Jahren auf einer großen Doppelluft-Matratze, statt einer kleinen Isomatte. Die ist höher und bequemer, aber isoliert auch besser und hält etwas wärmer als diese dünne Matte, die quasi nicht existent ist und es sich am zweiten Festival-Tag schon so anfühlt, als würdest du doch auf dem kargen Matschboden himself liegen.
  • Über der Luftmatratze liegt eine Wolldecke oder ähnliche Kuscheldecke. Das spendet zusätzlich etwas Wärme und macht auch immer einen gemütlicheren Eindruck, wenn ihr nachts mit leichtem Schwips in euer Zelt purzelt. Das Zelt, wie geräumig es auch sein mag, ist immerhin euer kurzes Wochenend-Zuhause und darf ruhig eine Kuschel-Höhle sein.
  • Zusätzlich zur Decke habe ich dann meinen Schlafsack und eine zweite dünne Decke dabei. Die lege ich entweder über meinen Schlafsack (quasi als dünne Bettdecke), oder nehme sie gleich mit rein in den Schlafsack. Für mehr Wärme und vor allem Gemütlichkeits-Faktor.

Die Schlafmasken vom JGA meiner Freundin Ally wurden zum Wohlfühl-Highlight für Chiara und mich! Und rechts seht ihr, wie windig es am Freitag war …

  • Dazu dann mein Kissen UND Nackenkissen (ja, seit diesem Jahr reise ich mit Nackenkissen und es ist das allerbeste Gefühl auf der Welt) UND ganz neu seit 2019 ebenfalls dabei: Meine Schlafmaske. Die hält vor allem das Licht fern und so haben Chiara und ich deutlich länge gepennt, als sonst. Und wer auch nur 2-3 Stunden mehr Schlaf bekommt, ist deutlich besser drauf und der Körper dankt’s!
  • Ansonsten immer im Zelt parat: Lange Kuschelsocken, lange bequeme Leggins, weites Shirt und Zipperjacke mit Kapuze. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich schlafe am liebsten im Zelt mit Kapuze aufm Kopf und eingekuschelt in Flausche-Klamotten. So eingemummelt ist mir auch selten kalt – aber bei Rock am Ring bibberte ich zwei Nächte trotzdem gehörig. Liegt aber natürlich auch daran, dass mein Schlafsack ein recht leichtes Modell ist und nicht gegen krasse Kälte-Temperaturen schützt.

DAS wird für nächstes Jahr wohl meine neue Festival-Investition: Ein besserer, teurerer Schlafsack! Man wird ja nicht jünger, näch?!

Tanzen mit den Ärzten

Aber, wie kann es anders sein, trotz Wind und Kälte und etwas Regen (und – na klar – Gewitter) war es wieder mal ein unvergessliches Wochenende. Voller guter Freunde, tollen Bands und Überraschungen. Am meisten gefreut habe ich mich rückblickend doch über den Auftritt der Ärzte.

Ich bin ehrlich: Ich war und bin Fan der Toten Hosen – und somit waren die Ärzte für mich in meiner Jugend relativ uninteressant. Ich heg(t)e keinen Groll gegen BelaFarinRod, hätte mir aber never eine Konzertkarte gekauft oder die CDs gehört. Ich war nunmal Hosen-Fan, bin es immer noch – und deswegen hatte ich kaum Erwartungen an den Gig der Ärzte bei Rock am Ring. Vielleicht war das gar nicht verkehrt, denn ich wurde eines Besseren belehrt und hatte SO eine gute Zeit. Ich stand recht weit vorne, hatte eine gute Sicht auf die Bühne und die Energie dieser Herren war einfach unbeschreiblich. Wie gut gelaunt, wie großartig sie harmonieren, wie viel Bock sie auf die Shot hatten. 2,5 Stunden spielten die Ärzte – und ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt oder auf die Uhr geguckt. Immer ein gutes Indiz dafür, dass ich wirklich gerade für eine Sache brenne und alles um mich herum aufsauge und genieße.

Also kann ich nur sagen: Ich ziehe meinen imaginären Hut und bin wirklich froh, DAS live erlebt zu haben!

Mein 29. Geburtstag bei Rock am Ring

Highlight Nummer 2 und 3: Die deutschen Künstler Casper & Marteria und die Band Feine Sahne Fischfilet. Bei Feine Sahne, die um 17.30 Uhr auf der großen Hauptbühne spielten, war es so irre voll, dass selbst Sänger Monchi die Tränen kamen. Weil er auch nicht ganz glauben konnte, dass Tausende Menschen nur darauf warten, dass er loslegt. Ein sehr ergreifender Moment, den ich mittendrin im Moshpit-Rummel erlebt habe. Casper & Marten hingegen spielten Sonntagnacht als letzter großer Act, schlossen Rock am Ring quasi ab und bescherten Chiara und mir einen perfekten Start ins neue Lebensjahr.

Die beste Crew der Welt! (Was Marie da immer mit ihrem Bein macht, weiß ich auch nicht)

Denn wir feierten endlich wieder bei RAR Geburtstag! Wir beide haben am 10. Juni unseren Ehrentag, das war diesmal der Abreise-Montag – und nachts von Sonntag auf Montag ließen Cas & Mar die Sau raus. Da juckte es auch nicht, dass wir am Montag, unserem Geburtstag, erstmal schön fünf Stunden im Stau standen und völlig müde und fertig nach Hause wollten.

So muss es schließlich sein: Die Stimme ist nur noch ein leises Krächzen, die Augen sind ganz klein, die Haut ist etwas rot und schreit nach einer guten Postion Lotion, die Haare wollen endlich wieder vernünftig gebürstet werden, die Füße haben nächtelang durchgetanzt und der Wäschebeutel mit den staubigen, nassen oder bekleckerten Klamotten ist randvoll und wartet auf die Waschmaschine.

Und wisst ihr was? Ich liebs! Und freue mich jetzt schon wieder auf RAR2020! Nächstes Jahr feiern wir dann alle zusammen 35 Jahre Rock am Ring. 

1 Comment

  • Reply Monthly Update: About The Last - marie's 2. September 2019 at 18:35

    […] Rock Am Ring Festival-Bericht (inklusive einiger Survival-Tipps für kalte Zeltnächte) hat, schaut beim Festivalprofi Eileen […]

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